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Die Historie

Der lange Weg von Isla Nublar zu mir.

Erfahre, wie der „Jurassic Park“-Jeep auf beide Inseln kam – und Jahre später in eine Einfahrt in Erftstadt bei Köln.

Die Geschichte des „Jurassic Park“, errichtet auf der Isla Nublar, 90 Meilen südwestlich von Costa Rica, ist aus Nachrichten und Geschichtsbüchern hinlänglich bekannt.

Am Wochenende des 11. und 12. Juni 1993, kurz vor der geplanten Öffnung des Parks, kam es zu einem folgenschweren Vorfall.

Die Firma hinter dem Park, die InGen Corporation mit Sitz in Palo Alto, Kalifornien, hat sich von dieser Katastrophe nie wieder komplett erholt. Einige Jahre später musste die Firma Konkurs anmelden.

Der Niedergang der Isla Nublar

Über die genauen Hintergründe des heute international als „Isla Nublar Incident“ bezeichneten Vorfalls ist der Öffentlichkeit jedoch nur wenig bekannt. Klar ist nur, dass es zu einem Zusammenbruch der Stromversorgung und einem daraus folgenden Ausbruch der Dinosaurier auf der Insel kam. Es wird spekuliert, dass Sabotage der maßgebliche Grund für diesen Zwischenfall war. Das tragische Unglück forderte nach offiziellen Angaben drei Todesopfer. John Hammond, den Visionär hinter „Jurassic Park“, ließ der Vorfall und das Schicksal der Opfer bis zu seinem eigenen Tod im August 2014 nicht mehr los.

Jeep Wrangler Sahara in „Jurassic Park“-Optik mit Beleuchtung auf einem Waldweg
So oder ähnlich muss es ausgesehen haben, als der Jeep Wrangler damals auf der Isla Nublar unterwegs war.

Dabei erfuhr die breite Öffentlichkeit erst 1997 von den Geschehnissen auf der Insel. Bis dahin hatte es die InGen Corporation mit Verschwiegenheitsklauseln und anderen Methoden erfolgreich geschafft, die Ereignisse zu verschleiern. Ein weiterer Vorfall in San Diego, der ebenfalls Todesopfer forderte, machte der Welt dann aber auf einen Schlag klar:

Die bisher als ausgestorben geltenden Dinosaurier waren auf die Erde zurückgekehrt.

Der Vorfall besiegelte das Schicksal der angeschlagenen InGen Corporation endgültig. 1998 wurde die Firma durch die Masrani Global Corporation übernommen. Diese Übernahme führte binnen weniger Jahre zur Planung, Konstruktion und Eröffnung der „Jurassic World“ im Jahr 2005.

Die Vision von John Hammond war auf einmal Realität. Aufgebaut auf den Trümmern des ersten Parks, wurden im ersten Jahr des Betriebs doppelt so viele Eintrittskarten verkauft wie in den drei größten Zoos der Welt zusammen. Der „Urzeit-Zoo“, wie er gerne betitelt wurde, war ausgesprochen erfolgreich – und dies über viele Jahre.

Doch absolute Kontrolle der Natur ist und bleibt eine Illusion: Auch die „Jurassic World“ konnte ihr nicht trotzen. Im Sommer 2015 kamen bei dem Ausbruch eines genetisch geschaffenen Dinosauriers Dutzende Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt und Tausende mussten von Isla Nublar evakuiert werden. Nicht nur der Park, die gesamte Isla Nublar wurde aufgegeben.

John Hammond hat diese Katastrophe nicht mehr erleben müssen. Seine geliebte Isla Nublar überlebte ihn nur um einige Jahre. Bei einem Ausbruch des erloschen geglaubten Vulkans Mount Sibo auf der Insel wurden alle Spuren des „Jurassic Park“ und der „Jurassic World“ vernichtet. Die Insel ist heute nicht nur ein verlassener, sondern ein toter Ort.

Die Fahrzeuge des „Jurassic Park“

Blicken wir zurück auf die Anfänge des ersten Parks.

Im Rahmen der Konstruktion des „Jurassic Park“ wurden von der InGen Corporation mindestens fünf Jeep Wrangler Sahara des Modelljahres 1993 bestellt und für den Betrieb im Park umgerüstet. Im Gegensatz zu den mehr als zwei Dutzend Ford Explorer, die als elektrisch betriebene Besucherfahrzeuge dienten, wurden die benzinbetriebenen Jeeps nur für die Nutzung durch Mitarbeiter des Parks verwendet.

Das Kennzeichen der Isla Nublar an einem „Jurassic Park“-Jeep
Alle Fahrzeuge des Parks trugen eine eindeutige Nummer zur Identifikation – hier die 16.

Besonderes Ausstattungsmerkmal der Fahrzeuge war die Lackierung im rot-beigen Farbmuster. Dieses wurde nach gründlichen Feldstudien ausgewählt, da insbesondere die Triceratops die Fahrzeuge nicht mehr so deutlich wahrnehmen konnten und aus diesem Grund auch deutlich seltener angriffen. Zur Kommunikation mit dem Kontrollraum des Parks diente ein gewöhnliches CB-Funkgerät, dessen markante Antenne auf der rechten Seite des Lampenbügels befestigt wurde.

Entgegen der landläufigen Meinung waren die Fahrzeuge nicht lückenlos durchnummeriert, die Nummernkreise anscheinend willkürlich gewählt. Heute sind zwei Ford Explorer (04, 05) und fünf Jeep Wrangler (10, 12, 16, 18, 29) sicher bekannt, von denen die meisten beim Ausbruch des Mount Sibo zerstört wurden.

Über meinen Jeep

Mein Fahrzeug trägt die Flottennummer JP16, die auf der Motorhaube jedes Parkfahrzeugs steht. Es wurde nach Ausrüstung und Lackierung im April 1993 zuerst nach Isla Sorna, der Nachbarinsel, verschifft. Nach der Landung auf der Insel wurde jedoch klar, dass dort bereits genug Fahrzeuge standen, und daher entschieden, JP16 dem PR-Chef des Parks, Ed Regis, bereitzustellen.

Im Mai 1993 wurde das Fahrzeug daher mit dem nächsten Transportshuttle auf dem Seeweg über das East Dock der Isla Nublar angeliefert. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls, nur wenige Wochen später, befand sich Ed Regis jedoch nicht auf der Insel. JP16 stand in einer überdachten Parkanlage am East Dock des Parks und war dort vor Beschädigungen durch den Sturm und entlaufene Dinosaurier geschützt.

Luftaufnahme eines Jeep Wrangler Sahara in „Jurassic Park“-Optik
Luftaufnahme des „Jurassic Park“-Jeeps auf einem Zufahrtsweg der Isla Sorna, unmittelbar vor dem Transport zu Isla Nublar.

Nach dem „Isla Nublar Incident“ wurde das Fahrzeug im Zuge von Aufräumarbeiten am East Dock sichergestellt und als „wertvolles Asset“ zurück auf das Festland verschifft. Die damalige finanzielle Lage der InGen Corporation machte es zwingend erforderlich, alle Firmengüter mit einem gewissen Restwert zu veräußern.

Nicht sichergestellt wurden JP18 und JP29, die zum Zeitpunkt des Vorfalls in der Tiefgarage des Besucherzentrums standen – jedenfalls vorerst. Die logistischen Anforderungen an eine Bergung der beiden Fahrzeuge waren aufgrund der Entfernung zum East Dock schlicht zu groß. Im weiteren Verlauf der Geschichte sollte eines der beiden Fahrzeuge nochmals eine wichtige Rolle spielen: Während des Vorfalls in der „Jurassic World“ 2015 konnten sich zwei Besucher mit JP29 in Sicherheit bringen. Das Fahrzeug wurde daher später durch die Masrani Global Corporation geborgen und zurück zum Festland gebracht. Alle anderen bekannten Fahrzeuge wurden bei Ausbruch des Mount Sibo Jahre später zerstört.

Über diverse Quellen gelangte mein Jeep Ende der neunziger Jahre, von seiner Lackierung und den Aufbauten befreit, in den regulären Verkauf. Glücklicherweise blieb dem Fahrzeug eine Nutzung im Gelände erspart, woraus der gute Allgemeinzustand und die geringe Laufleistung heute resultieren. Nicht wenige Personen behaupten, JP16 hätte mehr Zeit auf einer Fähre als auf der Straße verbracht. Im Dezember 2018 wurde das Fahrzeug dann an einen Fan des „Jurassic Park“ verkauft, der es mit großer Liebe zum Detail und unter Einsatz großer finanzieller Mittel zurück in seinen ursprünglichen Zustand versetzte.

Frachtbrief der Verschiffung

AZ 93-0525/VNT-16

ISCR (Sorna, Site B) → INCR (Nublar, Site A)

Datum
1993/05/25
Fahrzeug
Jeep, Wrangler YJ
Zielhafen
East Dock, Nublar
Empfänger
Ed Regis

Der Jeep in der Gegenwart

Im Mai 2021 wechselte JP16 zum bisher letzten Mal den Besitzer. Der Fan, Jörg, übergab mir sein Fahrzeug zu treuen Händen. Selbstverständlich werde ich dieses Stück Geschichte in Ehren halten und möglichst „jedem auf der Welt die Möglichkeit geben, sich an diesem Fahrzeug zu erfreuen“.

Dieses Versprechen halte ich seitdem. Der Jurassic Jeep steht heute in Erftstadt bei Köln und ist mehrmals im Jahr auf öffentlichen Terminen zu sehen, meist zusammen mit anderen Fahrzeugen des Jurassic Park Motor Pools. Dort kannst du ihn aus der Nähe ansehen, fotografieren und mir alle Fragen stellen, die dir zu den Filmen oder dem Jeep einfallen.

Und wenn du ihn einmal für dich allein möchtest, kannst du ihn als Fotopoint buchen – stationär und außerhalb des Straßenverkehrs, gebracht von mir als Park-Mitarbeiter. Gefahren wird dabei jedoch nicht, und das ist Absicht: Was dieses Fahrzeug bis hierher überstanden hat, muss es kein zweites Mal überstehen.

Alle hier beschriebenen Ereignisse aus dem Kontext der Filme sind rein fiktiv.